Prof. Dr. Franz Josef Röll schrieb uns in seinem Bericht:
„Mitte März reiste ich zum zweiten Mal in das Delta, um die gebauten Schulen zu besuchen. Es war ein eindrucksvolles Erlebnis. Obwohl die Kinder eigentlich wussten, dass wir mehr als sechs Stunden für die Anreise von Yangon benötigten, warteten sie schon fünf Stunden vor dem vereinbarten Zeitpunkt. In Kanseik begrüßten uns 140 Kinder. Alle hatten ihre Schuluniform an und wirkten ganz ehrfürchtig und gerührt. Einige Eltern waren auch dabei. Sie gaben uns einen beispiellosen Empfang. Lieder wurden gesungen und die Eltern hatten Suppe für uns gekocht. Ebenso mussten wir alle möglichen für uns zubereiteten Spezialitäten versuchen. Es waren bewegende Momente, zu sehen mit welcher Dankbarkeit Sie uns begegneten. Bei den Kindern war die Freude groß als wir zum Abschied noch Bleistifte und Buntstifte verteilten.
Einen Tag später fuhren wir tiefer ins Delta nach Bogale. Von dort ging es noch einmal mehr als eine Stunde mit dem Boot in einen Seitenarm des Ayeyavaddy Flusses. Hier besuchten wir ein Schulbauprojekt, das von Spenden, die über die Firma KL – Reisen gesammelt wurden, gebaut wurde. Das Schulgebäude war noch nicht fertig, es wurde noch gebaut. Es fiel mir sofort auf, dass das Dach des Gebäudes anders gebaut worden war als bei „unseren“ Schulbauten. Während wir uns „nur“ für einfache Dachkonstruktionen entschieden hatten (die Dächer sitzen vor allem auf den Seitenwänden), um so viel wie möglich Schulen zu bauen, ist hier das Dach bei dem KL-Projekt verankert auf Pfeilern und einer sehr stabilen Betonträgerkonstruktion. Ein indischer Gewürzhändler aus Pyapon, der uns begleitet hat, unsere Kontaktperson und der Koordinator für unsere Hilfsprojekte vor Ort, war sichtlich angetan von dieser sehr stabilen Bauweise. Die Handwerker arbeiteten an mehreren Stellen. Die Schreiner bauten bereits die Fenster ein, während die Zimmerleute noch die Dachbalken verankerten, ebenso wurde schon am Fußboden gearbeitet. Es war ein reges Treiben.
Mehrere Lehrerinnen waren mit unserem Boot aus Bogale mitgekommen. Stolz trugen sie bereits die „Schuluniform“, ebenso waren sofort ein paar Kinder gekommen, die mit wahrer Begeisterung in den Gerüstbauten der Schule herumkletterten. Die Handwerker leben mit ihren Familien direkt neben dem Schulgebäude. Sie haben hier ein Zelt aufgebaut, das so lange der Bau dauert nunmehr Ihr Wohndomizil bildet. Obwohl der Bau noch nicht fertig und keine Infrastruktur vorhanden ist, wurden wir wieder ganz freundlich bewirtet.
Abschließend machten wir noch einen Spaziergang durch das Dorf. Wenn auch die größten Schäden zwischenzeitlich beseitigt sind, so sind die Zerstörungen des Zyklons immer noch deutlich erkennbar. Mehrere Familien haben bisher noch keine Möglichkeiten gefunden die Dächer ihrer Häuser zu reparieren. Mit Plastikplanen schützen sie sich vor dem Regen. Das Dorf liegt ganz abseits der Verkehrsstraßen und ist nur mit Boot erreichbar. Eigenständig hätten die Einwohner nicht die geringste Chance gehabt sich selbst zu helfen, da es äußerst beschwerlich ist, die Baumaterialien hierher zu schaffen. Daher sind sie überaus glücklich, dass ihnen durch die Spenden aus Deutschland geholfen wird. „
Wir sind dankbar, dass mit dem AMATHUBA e.V. ein Verein die Fortsetzung der Spendensammlung möglich machte, denn es fehlten auch noch für diese Schule Tische und Bänke. Die Kinder erhielten somit am 08.04.2009 landestypisch ihre farblich festgelegten Schulkleider. Für 198 Kinder wurden deshalb diese Kleider angefertigt. Sie sehen anhand der Bilder von Prof. Röll in ‚seiner’ Schule, wie hübsch die Kinder gekleidet sind und wie stolz sie diese Kleidung macht.
Der Verein AMATHUBA hat nach vielen Monaten der Unsicherheit nun auch die Aufgabe übernommen, Ihnen die ausstehenden Spendenbescheinigungen zur Verfügung zu stellen, wozu sie erst jetzt in der Lage waren, da zunächst der frühere Partner, die Zeitschrift ‚Standpunkte’ im Verlag PV Medien der badischen Landeskirche, seine Zustimmung geben und auch die Überweisung der eingezahlten Spendengelder vornehmen musste. Dieser Verlag ging zum 31.12.2008 in die Liquidation und war deshalb nicht mehr in der Lage, Spendenbescheinigungen auszustellen. Über diese Liquidation war natürlich langfristig entschieden worden, wir aber wussten zum Zeitpunkt der Initiative der Spendenaktion BOGALE nichts darüber und bitten noch einmal um Entschuldigung für die daraus resultierenden Irritationen bei Ihnen. Das ist jetzt ausgeräumt und wir hoffen sehr, dass die ergreifenden Bilder Sie begeisterten und zufrieden gestellt haben.
Vielen Dank.
Gern nehmen wir weiterhin Spenden für diese Schule entgegen.
Amathuba e.V.
Kontonummer: 600 33 0688
BLZ: 50190000
Frankfurter Volksbank
Stichwort: Myanmar